Ogi Nuur

"see the world with your own eyes"

Berichte meiner Skandinavien Fahrradtour 2000

Teil 3 - Skandinavientour 2000

Doch die Fahrt musste weiter gehen. So kurvte ich anschließend, manchmal einen halben Tag lang, um einen weit in das Land hinein reichenden Fjord. Wo doch die direkte Entfernung von Ufer zu Ufer manchmal nur 1km betrug, ich aber ein vielfaches zurücklegen musste.

Mir wurde dabei trotzdem nicht langweilig. Vielen Touristen in Ihren Wohnmobilen oder Autos wohl schon, welche teilweise mit einem Blick in Ihren Fahrzeugen saßen, den ich mir versuchte gedanklich zu übersetzen und zwar häufig so:

"... nur Wasser, Berge und ewig lange kurvige Straßen" oder  "... hoffentlich ist die nächste Unterkunft besser als die letzte".

Manch Beifahrer verschlief sogar die an ihm vorbeiziehende Landschaft mit den vielen kleinen Dingen, welche Sie erst zum Erlebnis werden lassen. Wie soll man aber auch im Auto die lautlos im Fjord dahinziehenden Wale oder den gerade über die Straße krabbelnden Käfer bemerken.

Durch Hinweisschilder an der Straße wurde ich immer gut informiert, wie weit es noch bis zu diesem so magischen Ort namens Nordkapp war.

Unterwegs wurde ich von vielen Leute gefragt, wenn Sie so weit fahren, dann wollen Sie doch sicher zum Nordkapp. So als gäbe es nur diesen einen Ort im Norden, welchen man gesehen haben müsste. Dabei findet man unberührte, ursprüngliche Natur und die dazugehörige Mitternachtssonne meist mehr auf dem Weg dahin als am eigentlichen Nordkapp Felsen. Zumal diese Besichtigung dann auch noch mit einem Eintrittsgeld verbunden ist.

Natürlich muss jeder für sich entscheiden, wie er solche Momente verbringen möchte. Ob an einer einsamen stillen Bucht oder zwischen Hunderten von Bus- und Wohnmobiltouristen.

Der "Wendepunkt" meiner Reise war also erreicht.