Hardangervidda

"see the world with your own eyes"

30.06.2008 - Die Luft wird dünner

Nach den 1300km von Mendoza war der Stopp in Salta dringend nötig. Zum einen wegen dem Fahrrad, aber auch für mich.

Wenn ich nach etwas längerer Zeit wieder eine Stadt erreichte, war die ToDo Liste inzwischen meist wieder recht lang geworden. So verbrachte ich dann in der jeweiligen Stadt viel Zeit mit der Suche nach den entsprechenden Dingen.

So auch die Sache mit dem neuen vorderen Zahnkranz für das Fahrrad. Ich hatte mich ja in Santiago de Chile schon damit abgefunden ein komplettes Set zu kaufen. Ein einzelner Zahnkranz war nirgends aufzutreiben. So fand ich wenigstens einen Radladen, welcher mir ein passendes Shimano Set verkaufen konnte. So hatte ich jetzt mehr als ich brauchte. 3 Zahnkränze vorn, aber es funktioniert.

In Salta trafen wir Emily und Emma wieder. Ich kannte die beiden von Pucon. Martin und Michael hatten die beiden in Bariloche und Santiago de Chile getroffen.

Da wir meist die einzigen Gäste im Hostel waren, konnten wir es uns gemütlich machen. Im Hinterhof des Hostels, wo sich der Küchenbereich befand, wurde unter anderem auch Fussball geschaut.

Die 4 Tage vergingen so schnell, dass ich von Salta selbst nicht wirklich viel sehen konnte.

Dann ging es wieder aufs Rad, um die 400km bis zur bolivianischen Grenze in Angriff zu nehmen. Keiner von uns dreien war zuvor in solch Höhen unterwegs und auch die Aussicht auf Minusgrade in der Nacht lies nicht so recht Freude aufkommen. Speziell bei Michael. Der kam ja aus Kalifornien.

Bis Jujuy ging es noch recht flach weiter. Wir waren da auf rund 1300m Höhe.

Kaum zu glauben wie sich die Umgebung veränderte. So standen wir nach endloser Pampa plötzlich in dichtem Regenwald und kurz darauf wieder in der Pampa.

Nach weiteren 100km befanden wir uns schon auf über 2500m. In der Nacht wurde es wirklich richtig frostig. Die allabendlichen Lagerfeuer wurden dann auch sein gelassen. Wenn die Sonne so gegen 19Uhr unterging, verkroch sich jeder in sein Zelt, um der Kälte nicht ganz so ausgesetzt zu sein.

Auch frühmorgens wurde das Zelt erst nach den ersten Sonnenstrahlen geöffnet. Ohne blauen Himmel und Sonne wäre es wohl echt hart geworden. So war es aber wenigstens tagsüber gemütlich warm.

Nach 5 Tagen erreichten wir den Ort La Quiaca. Dies sollte nach nun über 7 Monaten die letzte Ausreise aus Argentinien für mich sein. Es ging nach Bolivien. So richtig wusste ich nicht, was als nächstes auf mich zukommen würde. In Argentinien kannte ich mich ja mittlerweile gut aus und wusste wie was funktionierte.

Aber deswegen ist man ja unterwegs. Immer was Neues kennen zu lernen.

Auf der bolivianischen Seite in Villazon verabschiedeten wir uns von Michael. Er nahm den Zug nach Tupiza. Seine Fahrradzeit ging dort zu Ende.

Nach der Grenze war wieder Schotterpiste angesagt. So hoppelten Martin und ich 2 Tage in Richtung Tupiza.

Bolivien war so anders.

Das merkten wir schon nach dem passieren der ersten Dörfer. Alles ist noch einfacher, ursprünglicher. Argentinien und Chile dagegen waren fast europäisch. Jetzt sollte man also mehr das ursprüngliche, traditionelle Südamerika zu sehen bekommen.

Ein anderer Punkt. Die Lebenshaltungskosten waren in Boliven bedeutend niedriger. So gönnten wir uns in Tupiza ein Hotel. Angesichts von nur 6 Euro pro Person bedurfte dies keiner längeren Überlegung. Auch der Kocher blieb nun in den Packtaschen. Essen in den Markthallen war so lecker und preiswert.