Stamsund

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02.02.2008 - Torres del Paine

Puerto Natales ist der Ausgangspunkt für den "Torres del Paine" Nationalpark. Da kommt man nicht dran vorbei. In Puerto Natales war auch die letzte sinnvolle Möglichkeit die Lebensmittelvorräte aufzufrischen. Im Park selbst sollte man das eher sein lassen. Dort zahlte man an einem Kiosk das 3-fache.

Puerto Natales selbst war nicht wirklich ein "Aha" Effekt. Eher praktisch und halt ein Umsteigeort für Touristen. Aber erstmal musste ich von Punta Arenas dorthin kommen.

Puerto Natales war 250km von Punta Arenas entfernt und dazwischen gab es fast nur Pampa. Da musste ich nicht lange überlegen und habe für 10 EURO den Bus genommen.

Von Puerto Natales aus gab es 2 Möglichkeiten in den Nationalpark zu gelangen. Entweder über die grosse Hauptstrasse - wo alle Busse lang fuhren - oder die Schotterstrasse. Letztere war kürzer, ruhiger und auch interessanter.

Von der Streckenführung hatte die Schotterstrasse auch den Vorteil, dass man keine Strecke doppelt fahren musste, wenn man anschliessend nach El Calafate weiter wollte. Anderenfalls musste man auf der Hauptstrasse wieder 70km zurück. Also fiel die Auswahl auch hier wieder leicht.

So stand ein etwas längerer Tag auf dem Rad bevor. Am Ende waren es 100km bis zum Campingplatz Lago Pehoe. Das härteste Stück kam natürlich auf den letzten 30km. Die Strasse wurde da zwischen Seen regelrecht durch die Felsen gehauen und das mit Steigungen, da wurde einem regelrecht schwindelig. Sollte dies schon ein Vorgeschmack auf die Strassenbauweise der Chilenen für die Carretera Austral sein?

Gegen 21 Uhr hatte ich dann den letzten Anstieg im Park überwunden und rollte zum Zeltplatz. Nur noch Zelt aufbauen, reinlegen und Ende des Tages.

Am nächsten Tag schien die Sonne. Zumindest da wo ich wohnte. Den geplanten Ausflug mit dem Boot über den Lago Pehoe auf die andere Seite hatte ich schnell verworfen. Angesichts derart dicker Wolken in den Tälern auf der anderen Seite. So machte ich die Tageswanderung auf meiner Seite des Sees. Da gab es ja auch genug zu sehen. Unter anderem den Wasserfall "Salto Grande Rio Paine" und die Aussicht vom "Mirador Nordenskjold" auf die riesigen Berge (die Cuernos) und umherfliegende Condore. Am Ende des Tages hatte ich immerhin 20km hinter mir.

Der nächste Tag bestand eigentlich nur aus der Fahrt zum Zeltplatz "Hosteria Las Torres". "Nur", hatte ich bis dahin nicht gewusst, was da auf mich wartete.

Es waren nur ca. 30km, aber es ging gut hoch und runter und an einigen Stellen blies der Wind echt stark. Zum Glück in meine Richtung. Aber auch das konnte nervig sein. Man fuhr zwar einen Berg mit ca. 15% Steigung (fast) ohne zu treten hoch, aber kleine Kiesel- bzw. Schottersteine waren noch schneller und prasselten einem auf den Rücken. Ich kam mir vor als würde ich sandgestrahlt.

Pünktlich zur Ankunft am Parkeingang "Laguna Amarga" - da muss man dran vorbei wenn man zur "Hosteria Las Torres" will - fing es an zu regnen. Unter einem Vordach wartete ich bis die Wolke vorbei war. Die Wolken kamen und gingen hier so schnell, man glaubt es kaum. Danach waren es noch 7km und ich hatte einen herrlichen Ausblick auf die Torres. Keine Spur mehr vom Regen von vor einer Stunde. Echt irre.

Der Zeltplatz "Hosteria Las Torres" war nicht wirklich günstig. Für eine Nacht zahlte man 3500 Pesos. So viel kostete sonst nur ein Hostel. Der Platz war aber in Ordnung und bei der Aussicht konnte man nicht meckern.

Der nächste Tag war wieder Wandertag. Es ging zum "Mirador Las Torres". Dem Punkt, wo wohl jeder Besucher des Nationalparkes hinläuft. Ich hatte 3h bis zur Lagune gebraucht, um den wirklich herrlichen Ausblick zu geniesen. Auch wenn man nicht wirklich seine Ruhe hatte. Es war ein ständiges kommen und gehen und wenn man einmal angefangen hatte Leuten den Gefallen zu tun Sie zu fotografieren, wurde man schnell zum Fotograf auch für viele andere, warum wohl?
Ich hatte mit diesem Ausflug auch wieder richtig Glück. Manch anderer Tourist sieht tagelang Null.

Irgendwie wollten mich immer wieder Leute dazu überreden, "Du musst hier wandern gehen". Warum? Ich bin doch schon mit dem Rad hierher gefahren! Da konnte ich doch ganz einfach die Aussicht auch von unten oder weiter weg geniesen. Ich konnte ja verstehen, dass man was machen will, wenn man vielleicht eine 15h Busfahrt hinter sich hat und nun heiss drauf ist sich zu bewegen. Ich musste das nicht.

Ich kann auch gut mal 2 Tage einfach vor dem Zelt liegen. Fall ich denn mit dieser Einstellung so aus dem Rahmen? Bin ich anders?

So habe ich mich wirklich 2 Tage nur auf dem Zeltplatz umherbewegt. Es war auch irgendwie einfach zu heiss zum wandern. Da setzte ich mich doch lieber in den Schatten und nahm ein Brötchen mit Dulce und einen Kaffee zu mir.

So gingen 6 Tage Nationalpark doch recht schnell vorbei und es warteten wieder knapp 300km bzw. 4 Tage Pampa auf mich.

Freude...