Milford Sound

"see the world with your own eyes"

22.01.2008 - Unter Segeln

Eigentlich hatte ich ja eine Reservierung für die Überfahrt von Ushuaia nach Puerto Williams mit den Charterboot. Wenn da nicht der erste Abend im Hostel gewesen wäre.

Wie es der Zufall will, war dort eine Gruppe aus Polen. Die wartete auf Ihr Segelboot für einen 40 Tage Trip in die Antarktis.

Bei Whisky und Bier kam dann automatisch das Thema Puerto Williams auf und ein Angebot. Da kannst Du vielleicht bei uns mitfahren! Wie, was, sowas geht??? Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Sie wussten nur noch nicht genau wann Ihr Boot im Hafen ankommt und was der Kapitän dazu sagen würde.

Am nächsten Tag lag das Boot aber schon im Hafen. Noch einen Tag später ging ich mit Dominik - einem aus der Gruppe - zum Boot. Janus der Kapitän, hatte nichts dagegen und so war ich von nun an der 8 Mann an Bord. Dies war am 20.01.

Die nächsten Tage war ich öfters auf dem Boot und half bei einigen Dingen mit.
Als Termin für das Auslaufen wurde der 22.01. so gegen 20Uhr festgelegt. Also noch Zeit für andere Dinge, wie eine Wanderung zum "Cerro Esfinge" mit Magda, Dominik und Krzysztof. Es war ein schöner Sonntagsausflug, welcher am Abend mit einem Essen im "La Estrella" endete.

Der 22.01 kam mir auch gelegen, da ich ja nicht viel länger bleiben wollte. So packte ich meine Sachen und rollte morgens mit dem Rad Richtung Yachthafen.

Auf dem Boot ging es recht gemütlich zu. Es standen noch einige Reparaturen an. Unter anderem ging der Kühlschrank noch nicht. Wenn man an Bord war dauerte es nicht lang und man bekam eine Aufgabe. So waren z.B. noch Lebensmittel zu besorgen. Was ich zusammen mit Dominik erledigte. Es ist ganz schön viel Proviant zu verstauen. 7 Leute wollen in 40 Tagen auch irgendwie versorgt sein.

Das mit den Reparaturen zog sich noch eine Weile hin und so wurde die Abfahrt auch nach hinten verschoben. Länger als bis Mitternacht konnte das Boot nun aber nicht mehr im Hafen bleiben, da alle Pässe den Aussreisestempel von Argentinien hatten.

In aller Ruhe wurde noch Abendbrot gemacht und Punkt Mitternacht verliesen wir den Hafen. Mein Rad war auf Deck festgebunden und die Taschen in einem Stauraum verwahrt. Im Boot unter Deck war dafür nicht wirklich Platz. Im Boot ist alles irgendwie praktikabel, aber recht eng. Da 40 Tage, ohne sich wirklich aus dem Weg gehen zu können?

Ich hätte vor einer Woche nicht gedacht das ich mal bei Vollmond in einem Segelboot - natürlich unter Segeln - den Beaglekanal überqueren würde.

Die See war recht ruhig, aber es ging gut voran. Gegen 3 Uhr war ich aber dann doch zu müde, um weiter auf Deck zu sitzen. Ich bekam für 3 Stunden die Koje von Tomasz, da er Dienst an Deck hatte. Pünktlich zum Einlaufen in die Bucht von Puerto Williams war ich wieder an Deck. 5:30 Uhr legten wir im Hafen an. Was für eine Tour.

Die Formalitäten der Behörden zogen sich noch etwas. Alles ging auch hier sehr entspannt zu. Nachdem ich den chilenischen Stempel im Pass hatte, konnte ich von Bord und nach einem Hostel Ausschau halten.

Ich fand das Patagonia und checkte ein. Danach ging ich wieder zum Hafen, um mich von Janus und den anderen zu verabschieden. Sie liefen dann gegen 15 Uhr wieder aus und ich hatte jetzt 3 Tage auf der Isla Navarino.