Hardangervidda

"see the world with your own eyes"

Teil 2 - Korsikatour 1998

Voller Ergeiz startete ich am nächsten Morgen in Richtung Porto. Zwei kleinere Berge waren zu überwinden und ich hatte eine hervorragende Aussicht entlang der Küstenstrasse.

Gegen Mittag kam ich in Porto an. Ein kleiner Ort, eingequetscht in eine Bucht. Irgendwie packte mich der Ergeiz, welcher sagte, 60km das kann doch wohl noch nicht alles sein für heute.
So kam ich auf die glorreiche Idee von der Küstenstrasse abzubiegen und ins Landesinnere zu fahren. Dies bedeutete natürlich, es geht ins Gebirge. Das Ziel war Evisa, waren ja nur schlappe 25km.

Anfangs ging es ganz gut, doch als der Anstieg steiler wurde kam der berühmt berüchtigte "Hungerast". Nun wusste ich auch warum all die Radfahrer mit diesem Begriff keine guten Erinnnerungen verbinden. Ich hätte auch gern auf diese Erfahrung verzichtet.
Es waren noch etwa 10km bis Evisa und ich schleppte mich Meter für Meter den Berg hinauf. Da half es auch nichts im Nachhinein Flüssigkeit und Essen zu sich zu nehmen, es war zu spät.

So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Man steigt auf das Rad und nach 100-400m muss man mit butterweichen Beinen wieder anhalten. Es geht soweit das sich alles um einen herum dreht. Man setzt sich an dem Strassenrand und wartet einige Minuten, dann wiederholt sich das eben geschilderte. Der Berg nimmt kein Ende, eine Kurve nach der anderen.
Irgendwann, es muss so gegen 20 Uhr gewesen sein, komme ich in Evisa an. Da ich nicht weis wo der Zeltplatz ist frage ich kurz nach. Wie soll es anders sein, der Zeltplatz befindet sich ausserhalb des Ortes und natürlich noch weiter oben, ich könnte schreien.

Wie ich mein Zelt aufgebaut habe weis ich nicht wirklich mehr genau, etwas zu essen habe ich aber noch gemacht. Ich befand mich in einer wirklich herrlichen Umgebung, dafür interessierte ich mich aber erst wieder am nächsten Tag.