Hardangervidda

"see the world with your own eyes"

20.03.2009 - Durchs Kaffeeland

Das Haus von Hernan lag im Süden von Cali. Dies hatte den Vorteil, dass ich nicht gleich durch die ganze Stadt radeln musste. Aber irgendwann musste man ja auch weiter und man muss dann durch. Diese Hürde war also nur aufgeschoben.

Ich nutzte die Zeit in Cali, um das Rad zu überprüfen, den "Haushalt" zu reinigen und einfach etwas auszuspannen. Im Garten hinter dem Haus ging das ganz gut.

Es hatte reichlich Bäume und so verbruzzelte man bei der Hitze nicht ganz so sehr. Unnötige Bewegung versuchte man sowieso zu vermeiden. Alles über 30 Grad ist für Europäer eh schon rekordverdächtig. Aber es sei gesagt. Auch die Kolumbianer bewegten sich bei solchen Temperaturen nur noch ungern!!

Am Sonntag stand dann eine Radtour an. Wie es sich für Kolumbien gehört. Wir starteten gegen 7 Uhr.

Wir waren schnell aus der Stadt raus und dann ging es das Tal des Rio Pance hinauf. Dort kamen wir in ein ordentliches Gewitter mit heftigem Regen, aber egal. Bei der Hitze war es eher eine Abkühlung. Alles in allem eine schöne Vormittag Runde.

Am nächsten Tag war es Zeit den Weg in Richtung Kaffeeregion anzutreten. Von Cali ging es noch weitere 100 Kilometer flach dahin bevor die Kletterei wieder anfing.

Ich wollte nach Salento. Ist so der erste touristische Punkt in der Region. Nach 3 Tagen kam ich dort an.

Das Dorf selbst war schön, aber mehr als einen Tag brauchte es nicht, um alle Ecken gesehen zu haben. Mich reizte mehr das dahinter gelegene Tal "Valle de Cocora".

Also auch die weiteren 10 Kilometer noch zurückgelegt. War doch anstrengender als gedacht. Mann sah dieser Strecke die Steigung kaum an, aber es ging gut bergauf.

Was war so besonders an dem Tal. Es hatte dort viele Palmen die über 60 Meter in den Himmel ragten. Wirklich mal eine Abwechslung für das Auge. Da musste ich einfach eine Nacht zelten.

Es ging recht bergig weiter. Der Tag nach Manizales war mal wieder einer dieser Tage, wo zum Schluss das Männlein mit dem Hämmerschen kam.

Nach gut 20 Kilometern bergauf - in praller Sonne - hatte ich schon mit dem Tag abgeschlossen, als ich Manizales - nochmal gut 200 Höhenmeter -  weiter oben sah.

Zu allem Übel verpasste ich auch noch die Zufahrt in die Stadt und fuhr wieder etwas bergab. Also wieder zurück und dann die steilen Strassen in die Stadt rauf.

Das Hostel fand ich nach etwas fragen wohl fast auf dem Zahnfleisch kriechend. Irgendwie mochte ich pralle Sonne wohl nicht so, denn sonst wäre es ein normaler Tag gewesen. Manizales selbst war nichts besonderes. Die Umgebung hatte wesentlich mehr zu bieten.

Gut generiert ging es auf nach Bogota. Nur 300 Kilometer entfernt. Das blöde nur, man krabbelt über 2 Bergketten und diverse "kleinere" Hügel.

Der erste Anstieg lauerte gleich hinter Manizales. Gut 30 Kilometer lang und man war auf 3600 Höhenmeter. Hatte ich doch eigentlich gedacht, dass dies die einfachere Querung nach Bogota sei. Alle die ich fragte schnieften immer nur wenn Sie "La Linea" hörten.

Das war die Strasse, welche von Armenia über Ibague nach Bogota führte. Der "Paso de Letras" war aber nicht weniger anstrengend. Zum Glück ging es ja nach dem ersten bergauf wieder auf 500 Höhenmeter runter!

Ob das ein Glück war weis ich zwar nicht. Jedenfalls wurde es wieder ungemütlich heiss und die nächsten Anstiege warteten schon. Da kam es mir ganz gelegen, dass nun so manches Restaurant an der Strasse einen Pool hatte wo man auch noch zelten konnte.

So wurden die weiteren Tage mit einer Abkühlung im Pool beendet. Nichts desto trotz erreichte ich nach 5 Tagen Bogota.

An 4 Tag war es schon zu spät, um noch in die Stadt zu fahren. Ich fand bei einer Fussballschule einen Platz für die Nacht und konnte so am nächsten Tag entspannt in die Stadt rollen.

Ich muss sagen, die Durchquerung der 7 Millionen Stadt hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Es lag vielleicht auch daran, dass die Kolumbianer Radfahrern gegenüber recht rücksichtsvoll fahren. So konnte ich auch eine 4 spurige "Avenida" entspannt nutzen.

In Bogota stand nun wohl ein etwas längerer Aufenthalt an, denn ich wartete auf ein Paket aus Deutschland. Dies sollte im Hostel ankommen. Es war leider bei meinem Eintreffen noch nicht da. So hatte ich also reichlich Zeit die Stadt etwas zu erkunden.

Das historische Zentrum war nett anzusehen, aber irgendwann mochte ich dann doch keine Museen mehr.

Da kam die Abwechslung mit dem autofreien Sonntag echt gelegen. Jeden Sonntag Vormittag wurden einige grosse Strassen für Radfahrer abgesperrt.

Man konnte so ungestört mal eben die komplette Stadt durchqueren. Bin so alles in allem gut 50 Kilometer durch die Stadt geradelt.

Welch ein Zufall. Dabei traf ich auf Steve. Wir waren uns auf dem Salar de Uyuni begegnet. Er wohnte hier in Bogota mit seiner Familie. So besuchte ich Ihn paar Tage später nochmal und wir hatten so einiges zu erzählen.