Hardangervidda

"see the world with your own eyes"

18.05.2009 - Einfach Hauptstrasse

In Panama City angekommen standen erstmal vorrangig Neuanschaffungen auf dem Plan.

Ich hatte ja schon auf der Stahlratte versucht, den defekten Hinterreifen durch einen Faltreifen zu ersetzen. Den Faltreifen hatte ich die gesamte Tour in den Packtaschen mit mir rumgeschleppt.

Jetzt kommt es! Der Faltreifen hatte einfach die falsche Grösse. Statt einem 26" war es ein 28" Reifen. Ich hatte den Faltreifen vor der Reise gekauft und einen 26" verlangt. Man hatte mir dann aber wohl einfach einen falschen gegeben und ich hatte es nicht nochmal überprüft!

Es gibt Dinge die gibt es einfach gar nicht. Aber - ich hatte über 1 1/2 Jahre ein "gutes Gefühl" - einen Ersatzreifen dabei zu haben.

In der Stadt fand ich einen Radladen, welcher sogar Schwalbe Reifen hatte. Kaum zu glauben. Hier in Zentralamerika die Marke Schwalbe zu finden. Waren zwar nicht die guten Marathon Reifen, aber immer noch besser als irgendwelche NoName Chinaware.

Als Zweites musste eine neue Kamera gekauft werden. Die alte Kamera hatte zu viel Dreck abbekommen und jedes Foto hatte sichtbare Punkte. Aber auch eine Kamera lies sich zu einem guten Preis auftreiben.

Wenn man in Panama ist, muss man sich auch den gleichnamigen Kanal anschauen. Gehört einfach zum Pflichtprogramm.

Ansonsten hatte auch die Altstadt von Panama City so ihren Reiz. Es gab zwar noch viele verfallene Häuser, man war aber am renovieren. Auch konnte man am Tag recht ungestört durch das Viertel laufen.

Nur die angrenzenden Viertel waren zu meiden. So musste ich, als ich aus der Stadt fuhr, auch einen kleinen Umweg fahren. Es wurde nicht empfohlen durch die kleinen Strassen der angenzenden Viertel/Slums zu radeln.

Dann hies es für die nächsten 400 Kilomenter nur noch Hauptstrasse. Es gab nicht wirklich viel zu sehen. Auch wurde es immer recht heiss. Ich versuchte nur noch bis zum frühen Nachmittag zu fahren, um mich dann in den Schatten zu verkriechen.

Am ersten Tag zeltete ich bei der Feuerwehr in Chame. Das erste Mal auf dieser Tour. Ich hatte schon von anderen Radlern gehört, dass dies gut funktionieren würde und so war es auch. Einfach nette Leute.

Die nächsten Tage waren immer Städte in Reichweite und ich nutzte Hotels zum übernachten. Die Hitze machte einem schon ganz schön zu schaffen. Ich machte mehr und mehr Pausen.

Kurz vor der Stadt David war es auch wieder an der Zeit einen Ruhetag einzulegen.

In Las Lajas quartierte ich mich in einem Bungalow direkt am Strand ein. Der Bungalow war eigentlich nur eine Bambu Hütte, aber ok.

Es war ein recht breiter Strand und kaum eine Menschenseele zu sehen. Zum baden war dieser Strand aber nur bedingt geeignet. Es ging recht weit flach ins Wasser und es gab gefährliche Strömungen. So mehr was zum planschen als schwimmen.

Vor der Hütte im Schatten konnte man es aber aushalten und gemütlich vor sich hin dösen.

Nach einem weiteren Radeltag war dann David erreicht. Die Stadt hatte nun rein überhaupt nichts zu bieten. Jedenfalls aus touristischer Sicht. So blieb ich nur eine Nacht und zog paar Kilometer weiter in Richtung Boquete in die Berge.

Im Waterfall Hostel wollte ich eigentlcih nur 2-3 Tage bleiben und dann mehr Zeit im noch kühleren Boquete verbringen.

Nachdem ich aber eine morgentliche Radtour dahin gemacht hatte, entschied ich mich länger in diesem Hostel zu bleiben.

Es war nicht zu warm und das ganze Ambiente ringsum gefiel mir besser.

Auch stand nun fest, dass meine Tour hier in Zentralamerika in Puerto Limon (Costa Rica) enden würde.

Ich hatte mich für die Rückreise nach Europa per Schiff entschieden. Die Abfahrt war aber erst in einem Monat. Also viel Zeit für nur noch wenig zurück zu legende Kilometer.

So pendelte ich für die nächsten Tage zwischen Bett, Wasserfall, Hängematte und Bar hin und her und genoss die Zeit. Ein echt anstrengendes Leben!!