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10-04-2009 - ... und dann kommt Meer.

Bogota - Cartagena

Das Paket traf eine Woche nach meiner Ankunft in Bogota im Hostel ein. So konnte ich das Oel der Schaltung nun wechseln. 2 Wochen Bogota waren dann aber genug. Ich nutzte den naechsten Sonntag um entspannt aus der Stadt zu rollen. Nach gut 25km hatte ich das Ende der Stadt erreicht und es ging auf der Hauptstrasse weiter gen Norden.

Es war nicht wirklich ein schoenes entspanntes fahren. Meist hatte es viel Verkehr und ein Randstreifen war meist nicht vorhanden. Der erste Tag war eher nur ein Halber, da ich in Zipaquira die Salzkathedrale besichtigen wollte. Ist eine recht grosse Salzmine wo in einem stillgelegten Teil eine Kirche eingerichtet wurde. Habe ja mit Kirche nicht allzuviel am Hut, aber anschauen tu ich mir die dann doch immer mal gern.

Die naechsten Tage ging es weiter auf der sehr schmalen und stark befahrenen Hauptstrasse Richtung San Gil. San Gil ist wohl der einzige Punkt wo ein Rucksackreisender auf dem Weg an die Kueste einen Stopp einlegt. Man kann sich da an solch Dingen wie Rafting, Caving, Rappelling und Paragliding auslassen.
Das klang mir alles zu sehr nach Sport. So nahm ich fuer eine Tagestour nach Barichara den Bus und erholte mich von den letzten Tagen und genoss einfach die Ruhe des kleinen Ortes.

Ein kleines Hindernis in Richtung Kueste stand noch an. Das Tal des Rio Chicamocha. Eine doch recht tiefe Kerbe in der Landschaft und da musste ich durch. Als ich zum Mittag im Tal ankam war es dort so warm, das ich fuer diesen Tag keinen Gedanken mehr an den Aufstieg verschwendete und mich stattdessen in den Pool des Restaurantes Menzuly verkruemmelte. Ich konnte dort auch uebernachten und so am naechsten Morgen in aller Fruehe den letzten Anstieg nach Bucaramanga in Angriff nehmen.

Zumindest dachte ich das es von nun an flach wuerde. Falsch. Es waren noch einige km bis ich wirklich im Tiefland ankam. Ab San Alberto wurde es flach, aber nun kam noch die Hauptstrasse des Magdalena Flusses hinzu und noch mehr LKWs. Dieser Tag war wirklich einer der Uebelsten Sorte. Immer noch kein Randstreifen und eine LKW Kolonne nach der anderen. Auch die sonst so ruecksichtsvolle Fahrweise der Kolumbianer muss wohl an diesem Tag verloren gegangen sein. Ich wurde so einige Male zur Seite gedraengt.
Aber auch dieser Tag ging vorbei und am naechsten Tag gabs dann endlich einen aspaltierten Randstreifen fuer mich und die Welt war wieder in Ordnung.

Die letzten Tage bis nach Santa Marta hies es immer zeitig aufstehen, um wenigstens etwas von der morgendlichen Kuehle zu erhaschen. Ab 10-11 Uhr war es dann immer so heiss das ich oefters einen Stopp einlegte und eine frische Limo in mich rein kippte.
Auch wurde die Landschaft immer karger, was auch zur Folge hatte das kaum noch Schatten zu finden war. So hies es immer fleissig in die Pedalen treten, um wenigstens etwas Fahrtwind zu bekommen.

Dann kam endlich, nach 10 Tagen, die Kueste in Sicht. Hatte nicht wirklich was von Karibik, wenn man als erstes auf den Kohlehafen von Santa Marta schaut. Auch wurde es nach Taganga nicht wirklich anders. Als ich in das kleine Doerfschen reinfuhr, dachte ich schon, was ist das denn. Den Ort wuerde ich auf den ersten Blick als Muellkippe bezeichnen, aber man gewoehnt sich daran.
Es war ja schon seid einigen Tagen so, das Kolumbien hier im Norden irgendwie anders ist. Keine Ahnung, aber mit der Art und Weise der Leute hier im Norden konnte ich mich nicht wirklich anfreunden.
Trotzdem blieb ich in Taganga ueber eine Woche. Ich nutzte die Zeit hauptsaechlich um meinen Advanced Tauchschein zu machen und so etwas auszuspannen.

Auch war ich nicht wirklich im Stress weiter zu fahren, hatte ich doch schon von Bogota aus meine Schiffspassage von Cartagena nach Panama reserviert. So verlies ich denn Taganga und radelte nach Cartagena. An der Kueste lang wurde es noch waermer und es gab noch weniger Wind. So wurden die 2 Tage mit 140km und 110km schon recht anstrengend. Nicht das es bergig war. Einfach die Sonne war echt unangenehm. Aber es waren ja nur 2 Etappen.

In Cartagena angekommen war dann nun endgueltig Schluss mit Suedamerika.
Nach 1 1/2 Jahren, kaum zu glauben:
1. Das ich bis nach Kolumbien gekommen bin.
2. Das die Tour hier noch nicht zu Ende ist.

So verbrachte ich einige Tage in Cartagena bis ich am 30.04. meine sieben Sachen auf die Stahlratte verfrachtete und es nun nach Zentralamerika ging.
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